08.09.2026 - Drohnen analysieren Baumgesundheit aus der Luft
Anhaltende Hitzewellen und ausbleibende Niederschläge setzen den Schweizer Wäldern schwer zu. Die Trockenheit führt zu geschwächten Baumkronen, vorzeitigem Laubabwurf und erhöhter Totholzbildung, was das Ökosystem belastet und die Forstwirtschaft vor neue Aufgaben stellt.
Um Waldschäden grossflächig zu erfassen und gezielte Schutzmassnahmen zu ergreifen, setzen Förster und Forschende vermehrt auf den Einsatz moderner Drohnentechnologie.
- Drohneneinsatz in der Forstwirtschaft (Video)
- Schulungsunterlage Drohnen-Anwendungen in der Forstwirtschaft (PDF)
So beurteilen Förster den Waldzustand mittels Drohnen:
- Multispektrale Stresserkennung: Spezielle Multispektral- und Thermalkameras erfassen Lichtwellen im Infrarotbereich sowie Temperaturunterschiede auf der Blattoberfläche. Verringert sich die Wasserversorgung eines Baumes, verändert sich dessen Chlorophyllaktivität – die Drohne macht diesen Trockenstress sichtbar, lange bevor Verfärbungen mit blossem Auge erkennbar sind.
- Analyse des Kronendachs: Die Perspektive von oben zeigt lichte Kronen, Dürreäste oder abgestorbene Wipfel, die vom Waldboden aus schwer einsehbar sind. Aus den Einzelbildern erzeugen Softwareprogramme hochauflösende 3D-Modelle des Bestands.
- Früherkennung von Schädlingsbefall: Geschwächte Bäume bieten Borkenkäfern leichte Beute. Drohnen identifizieren Befallsnester in Nadelholzbeständen frühzeitig, sodass betroffene Bäume gezielt entnommen werden können, bevor sich die Insekten weiter ausbreiten.
- Erhöhung der Arbeitssicherheit: Durch anhaltende Dürre steigt das Risiko spontaner Astabbrüche enorm. Die Befliegung ermöglicht die Kontrolle von Steillagen oder Gefahrenzonen, ohne dass Forstpersonal gefährdetes Gelände betreten muss.
- Klimagerechter Waldumbau: Wiederholte Flüge dokumentieren, wie unterschiedlich Baumarten (z. B. Eichen, Buchen oder Fichten) auf Extremwetter reagieren. Diese Daten dienen Förstern als Entscheidungshilfe, welche Baumarten an spezifischen Standorten zukunftsfähig sind.
Die Kombination aus Luftaufnahmen und forstwirtschaftlicher Begutachtung vor Ort ermöglicht die Erstellung präziser Vitalitätskarten. Forstbetriebe können dadurch schneller auf Dürreschäden reagieren und den Wald gezielt an die Folgen des Klimawandels anpassen.
Foto: Valentin Queloz/WSL


